Epileptologie
Eine umfassende Behandlung für Menschen mit Epilepsie
Epilepsien gehören zu den häufigsten neurologischen Krankheitsbildern und können in den meisten Fällen gut behandelt werden. Ziel der Behandlung ist zunächst, das Symptom der Epilepsien - den epileptischen Anfall - zu verhindern und somit Anfallsfreiheit zu erreichen.
Bei chronischen Erkrankungen wie den Epilepsien ist es wichtig, deren Auswirkungen auf das Alltags- und Berufsleben zu berücksichtigen und diese in die Behandlung zu integrieren. Dies macht einen umfassenden Behandlungsansatz (comprehensive care) notwendig, der die Grundlage der Arbeit der Abteilung für Epileptologie ist.
Unsere Abteilung gehört zu einer der wenigen Einrichtungen Deutschlands, die das gesamte Spektrum der diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten für Menschen mit Epilepsie anbietet. Dazu gehört auch die Diagnostik und Beratung nach ersten Anfällen und die Differentialdiagnostik bei unklaren Anfallsereignissen (dissoziative Anfälle, Synkopen u.ä.). Zum Behandlungsspektrum gehören unter anderem:
- individualisierte medikamentöse Behandlung
- Epilepsiechirurgie
- Neurostimulation (z.B. Vagus-Nerv-Stimulation, Tiefe Hirnstimulation)
- verhaltensmedizinische Interventionen (z.B. Anfallsselbstkontrolle, Psychotherapie)
- Neuropsychologie
- Beratung und Unterstützung bei sozialmedizinischen Fragestellungen (spezialisierter Sozialdienst)
- Ergo-, Logo- und Physiotherapie
Unser integratives Behandlungskonzept zielt darauf ab, die Kompetenz unserer Patienten und ihrer Angehörigen im Umgang mit der Epilepsie zu stärken. Dabei unterstützen uns die anderen Abteilungen des Hauses und die im Netzwerk des Epilepsie-Zentrums Berlin-Brandenburg zusammengeschlossenen Einrichtungen (Fachkliniken, niedergelassene Fachärzte, Einrichtungen zur medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation, Selbsthilfegruppen).
Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg
Das Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg (EZBB), zu dem die Abteilung für Epileptologie gehört, ist ein seit April 2001 bestehendes Netzwerk, dessen Kern die beiden Standorte am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) und die Epilepsieklinik Tabor in Bernau darstellen. Prof. Dr. Holtkamp ist Medizinischer Direktor des EZBB und in dieser Funktion Chefarzt der Abteilung für Epileptologie und Ärztlicher Leiter des Instituts für Diagnostik der Epilepsien am KEH in Berlin. Sein Stellvertreter ist Prof. Dr. Straub als Chefarzt des Standorts in Berau.
Prof. Holtkamp ist Inhaber der an der Klinik für Neurologie der Charité - Universitätsmedizin Berlin eingerichteten Friedrich-von-Bodelschwingh-Professur für Epileptologie; in dieser Funktion ist er auch Leiter des dortigen klinischen und wissenschaftlichen Bereichs Epileptologie, der Teil des EZBB ist.
Die ambulante Behandlung erfolgt für Kinder über eine Ermächtigungsambulanz am KEH und für Erwachsene über Medizinische Versorgungszentren am KEH, an der Epilepsieklinik Tabor und über die Hochschulambulanzen an allen drei Standorten der Klinik für Neurologie der Charité - Universitätsmedizin Berlin. Die Abteilung für medizinische Rehabilitation für Menschen mit Epilepsie in der Klinik Beelitz-Heilstätten wird kooperativ chefärztlich von dem Medizinischen Direktor des EZBB geleitet. Die berufliche Rehabilitation erfolgt in enger Kooperation mit dem Annedore-Leber-Berufsbildungswerk Berlin in Berlin-Britz.









