Berlin-Lichtenberg, den 30. Januar 2026 – Verantwortung übernehmen, Abläufe steuern und interdisziplinär zusammenarbeiten: Im Rahmen des Projektes „Auszubildende leiten einen OP-Saal“ erhalten angehende Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten (OTA) sowie Anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten (ATA) im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) in dieser Woche die Möglichkeit, einen Operationssaal eigenständig zu organisieren und zu führen. Im Hintergrund mit wachsamem Auge immer dabei sind erfahrene Praxisanleiterinnen, die das Handeln überprüfen und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen.
„Das Ziel des Projektes ist es, unsere Auszubildenden, die im März ihre Abschlussprüfungen absolvieren, möglichst gut, realitätsnah und umfassend auf das spätere Berufsleben vorzubereiten. Im Rahmen des Projektes gilt es für die Auszubildenden ihr bereits erworbenes Wissen aber auch ihre Handlungskompetenzen anzuwenden“, erklärt Susanne, die als Praxisanleiterin das Projekt begleitet. „Wir setzen auf das Können unserer Auszubildenden – aber wenn es Fragen und Unklarheiten gibt, stehen wir immer zur Verfügung und greifen im Notfall ein.“
Die Auszubildenden begleiten während des Projektes die kompletten Prozesse im Bereich der OP-Pflege und Anästhesie, von der Vorbereitung des jeweiligen OP-Saals, über die Narkoseassistenz bis hin zur Abstimmung mit allen beteiligten Berufsgruppen, der Instrumentierung bei den Operationen sowie der Dokumentation. Jeden Tag steht dabei ein anderes medizinisches Fachgebiet des operativen Leistungsspektrums des KEH im Mittelpunkt. Zusätzlich zur Arbeit in und um den Operationssaal stehen tägliche Reflexionsphasen zur Besprechung von Herausforderungen und Lösungen auf dem Programm.
„Wir sehen das Projekt als wichtigen Baustein in der Förderung der Fähigkeiten unserer Auszubildenden. Schon in den ersten Tagen haben wir gesehen, wie das Projekt ihnen geholfen hat, ihre fachlichen, organisatorischen und kommunikativen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Erstmalig müssen sie auch in herausfordernden Momenten wirklich alles selbst im Blick haben und auch auf das Vorausschauen, was als nächstes kommt. Gleichzeitig erfahren unsere Auszubildenden nochmal in besonderer Weise, wie wichtig Kommunikation, gegenseitige Unterstützung und klare Strukturen im OP sind. Es ist schön zu sehen, wie professionell und engagiert unsere jüngsten Kolleginnen und Kollegen damit umgehen“, so Praxisanleiterin Susanne.
Zum Hintergrund: OTA und ATA – unverzichtbar im OP-Alltag
Kaum sichtbar für viele Patientinnen und Patienten sind Operationstechnische Assistentinnen und Assistenten (OTA) sowie Anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten (ATA) zentrale Säulen im operativen Bereich eines Krankenhauses. OTA sind verantwortlich für die fachgerechte Vorbereitung und Bereitstellung der Instrumente, die sterile Assistenz während der Operation sowie die Einhaltung hygienischer Standards. Darüber hinaus übernehmen sie als unsterile Springer eine wichtige koordinierende Funktion, indem sie während der Operation für einen reibungslosen Ablauf sorgen und zusätzlich benötigte Materialien und Instrumente anreichen. OTA arbeiten eng mit dem ärztlichen OP-Team zusammen und tragen maßgeblich zu einem reibungslosen Ablauf und zur Patientensicherheit bei.
ATA wiederum sind spezialisiert auf die anästhesiologische Versorgung der Patientinnen und Patienten. Sie bereiten Narkosearbeitsplätze vor, assistieren bei der Einleitung, Aufrechterhaltung und Ausleitung der Anästhesie, überwachen Vitalparameter und sorgen für einen sicheren und strukturierten Ablauf vor, während und nach der Operation. Auch im Aufwachraum sind sie wichtige Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten und das medizinische Team.