Berlin-Lichtenberg, den 21. Januar 2026 – Nach 16 Jahren engagierter und verantwortungsvoller Tätigkeit als Ärztlicher Direktor des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) hat sich Dr. Manfred Lang in den Ruhestand verabschiedet. Bereits seit dem 1. Oktober 2006 leitete Dr. Lang als Chefarzt die Abteilung für Anästhesie und operative Intensivmedizin. Mitte Januar wurde der langjährige Ärztliche Direktor offiziell verabschiedet. Ein Rückblick auf eine Zeit voller stetigem Wandel und ständiger Herausforderungen im Gesundheitswesen.
„Bevor ich zum Ärztlicher Direktor ernannt wurde, war ich bereits zweieinhalb Jahre als Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin im KEH“, erzählt Dr. Manfred. Lang. „Bei der Wahl damals gab es noch eine echte Konkurrenzsituation. Als ich den Posten übernahm, war die Rolle des Ärztlichen Direktors nicht so stark ausgeprägt wie heute. Es war noch viel mehr eine zusätzliche Aufgabe, die parallel zur Arbeit als Chefarzt einer Abteilung lief.“ Doch schon bald sollte sich diese Rolle verändern. Die zunehmenden Anforderungen an Krankenhäuser, neue Gesetzgebungen und die wachsende Komplexität im Gesundheitswesen forderten eine neue Ausrichtung.
„Ab den 2010er Jahren wurde es immer komplexer. Die Anforderungen an das Krankenhausmanagement wuchsen – und das nicht nur in Bezug auf die Medizin, sondern auch auf Strukturen und Ressourcen. Mehr Patienten, gleichzeitig weniger Personal insbesondere in der Pflege, mehr Prozessanpassungen. Die Verwaltungsaufgaben nahmen immer mehr zu und man musste ständig an der Struktur arbeiten, um sich gut für die Zukunft aufzustellen“, erinnert sich Dr. Lang. War der Ärztliche Direktor hauptsächlich Repräsentant nach außen, ist die Position in den letzten Jahren immer mehr zu einer Managementposition geworden. „Das bedeutet, dass man viel moderieren muss, oft zwischen verschiedenen Positionen vermitteln und ein übergeordnetes Ziel nie aus den Augen verlieren darf. Dabei muss man gleichzeitig aufpassen, dass man sich nicht zu weit weg vom klinischen Alltag entfernt. Das Augenmerk liegt auf der medizinischen Leistungsfähigkeit, aber die Patientenbehandlung durch Ärzte und Pflegefachkräfte bleibt die zentrale Aufgabe und Kernprozess des Krankenhauses.“
Die Pandemie stellte einen besonderen Einschnitt in seine Zeit als Ärztlicher Direktor dar. „Die Corona-Krise war für alle eine absolute Ausnahmezeit. Die Entscheidungen, die getroffen werden mussten, waren oft kurzfristig und in vielen Fällen mussten wir schneller reagieren, als die Politik mit ihren Entscheidungen nachkam. Es ging darum, das Haus am Laufen zu halten, die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter zu sichern und gleichzeitig die Versorgung aller Patienten, ob an Covid-19 erkrankt oder nicht, zu gewährleisten“, erinnert sich der scheidende Ärztliche Direktor an diese turbulente Zeit. „Die Pandemie und die vielen Veränderungen im Gesundheitswesen haben mich immer mehr in meiner Rolle als Ärztlicher Direktor gefordert, sodass sie zum Schluss zeitlich fast meinen gesamten Arbeitstag eingenommen haben.“
So stand insbesondere die inhaltliche Weiterentwicklung der Versorgungsangebote im KEH im Mittelpunkt der Arbeit. „Über die Jahre haben wir die Interdisziplinarität immer stärker betont. Es entstanden neue Abteilungen wie die Geriatrie, wir haben die Bettenkapazitäten im KEH um ein Drittel erweitert und unter anderem das interdisziplinäre Intensivzentrum ins Leben gerufen“, erklärt Dr. Lang. Auch die Bürokratisierung sei ein ständiges Thema gewesen. „Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Die Rahmenbedingungen, die von der Politik in den letzten Jahren geschaffen wurden, haben die Situation im Klinikalltag nicht immer verbessert. Ein gutes Beispiel dafür ist das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz, in dessen Folge pflegeunterstützende Berufsgruppen nicht mehr refinanziert werden, sodass in vielen Kliniken mehr Arbeit auf Pflegefachpersonen zurückfällt.“
Zum Abschluss blickt Dr. Lang dennoch optimistisch in die Zukunft des KEH: „Es bleibt spannend, sowohl hier im Haus als auch im gesamten Gesundheitswesen. Wir haben in den letzten Jahren viel erreicht indem wir viele sehr spezialisierte Angebote geschaffen haben, um uns auf dem Berliner Krankenhausmarkt herauszuheben, aber die Entwicklung geht weiter und man darf nicht stillstehen. Ich bin zuversichtlich, dass meine Nachfolgerin Frau Dr. Bronner, die hauptamtlich als Ärztliche Direktorin arbeiten wird, gemeinsam mit den Kollegen großartige Arbeit leisten wird.“