Berlin-Lichtenberg, den 7. Juli 2026 – Wenn Medikamente epileptische Anfälle nicht ausreichend kontrollieren können, eröffnet die Epilepsiechirurgie vielen erkrankten Menschen die Chance auf ein Leben ohne Anfälle. Voraussetzung dafür ist eine hochspezialisierte prächirurgische Diagnostik, mit der das anfallsauslösende Hirnareal präzise lokalisiert wird. Seit 30 Jahren bietet das Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg (EZBB) diese Diagnostik und die operative Behandlung am KEH in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit der Charité – Universitätsmedizin Berlin an. Das KEH ist dabei ein zentraler klinischer Standort des EZBB.
Das Epilepsiechirurgie-Programm wurde 1996 in enger Kooperation mit den Kliniken für Neurochirurgie und Neurologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin etabliert. Seither wurden am EZBB rund 1.000 Patientinnen und Patienten mit pharmakoresistenter fokaler Epilepsie operativ behandelt. Dank einer umfassenden prächirurgischen Diagnostik kann bei geeigneten Patientinnen und Patienten das anfallsauslösende Hirnareal präzise identifiziert und operativ entfernt werden. Etwa zwei Drittel der Operierten werden durch den Eingriff dauerhaft anfallsfrei und erlangen dadurch eine Verbesserung ihrer Lebensqualität, ihrer Selbstständigkeit und ihrer gesellschaftlichen Teilhabe.
Die wissenschaftliche Festveranstaltung würdigte die Entwicklung der prächirurgischen Epilepsiediagnostik und operativen Epilepsiebehandlung am EZBB von den Anfängen bis heute. Neben einem Rückblick auf die Etablierung des Programms durch den ehemaligen Direktor des EZBB, Prof. Dr. med. H.-Joachim Meencke standen aktuelle Entwicklungen der prächirurgischen Diagnostik, moderne operative Verfahren – darunter minimal-invasive Methoden wie die Laser-Ablation – sowie wissenschaftliche Projekte des Zentrums im Mittelpunkt. Fachvorträge renommierter Expertinnen und Experten aus Bielefeld-Bethel, Marburg und München gaben zudem Einblicke in aktuelle Innovationen der operativen Epilepsietherapie.
Für Prof. Dr. med. Martin Holtkamp, Medizinischer Direktor des Epilepsie-Zentrums Berlin-Brandenburg, und Chefarzt der Abteilung Epileptologie am KEH, ist das Jubiläum zugleich Anerkennung und Auftrag: „Die Epilepsiechirurgie eröffnet vielen Menschen mit pharmakoresistenter Epilepsie die Chance auf ein Leben ohne Anfälle. Dass wir heute auf 30 Jahre erfolgreiche Diagnostik und operativer Therapie zurückblicken können, verdanken wir der engen Zusammenarbeit vieler Fachdisziplinen. Dieses Jubiläum motiviert uns, die Behandlungsmöglichkeiten für unsere Patientinnen und Patienten kontinuierlich weiterzuentwickeln.“
Die BVG saniert aktuell bis zum 12. Dezember 2026 die Straßenbahngleise zwischen der Siegfriedstraße und der Rhinstraße. Während der Bauarbeiten wird die Straßenbahnhaltestelle „Ev. Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge“ nicht angefahren. Um die Erreichbarkeit des Klinikgeländes sicherzustellen, wird ein Pendelbus eingesetzt, der das KEH-Gelände von der Siegfriedstraße aus anfährt. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website der BVG.
Aktuelles
30 Jahre Epilepsiechirurgie am EZBB: Drei Jahrzehnte Diagnostik, Innovation und neue Perspektiven für Menschen mit Epilepsie
Zahlreiche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter, Kolleginnen und Kollegen sowie Gäste aus Bethel begleiteten das 30-jährige Jubiläum der prächirurgische Epilepsiediagnostik und operative Epilepsietherapie am EZBB.