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03.09.2019

umfassende Behandlung psychischer Erkrankungen

Wie kann die psychiatrische Behandlung von Personen mit intellektueller Entwicklungsstörung gelingen?

Die Behandlung basiert auf national bzw. international gültigen Leitlinien und bezieht psychopharmakologische und nichtmedikamentöse Verfahren gleichermaßen mit ein. Neben strukturierten Therapiekonzepten, z. B. die adaptierte Version der Dialektisch Behavioralen Therapie (DBToP), der Interpersonellen Therapie (IPT) oder das Autismus Kompetenztraining (AutKom), werden verhaltenstherapeutisch und (heil-)pädagogisch ausgerichteten Ansätze wie z. B. Verstärkerpläne, kognitive Verhaltenstherapie, Entspannungsübungen, basale Therapie, Snoezelen, Verbesserung der Selbstwahrnehmung und der Impulskontrolle und Erarbeiten alternativer Selbstregulationsstrategien eingesetzt. Ergänzend werden Kreativtherapien wie Musik-, Kunst-, Ergo-, Tanz- und Theatertherapie angeboten. Ein zentraler Aspekt der Arbeit ist die Psychoedukation sowohl der Betroffenen als auch der Bezugspersonen, z. B. in Bezug auf Ernährung, die Gestaltung einer autismusfreundlichen Umgebung oder eine entwicklungsbasierte Therapie- und Förderplanung und Beziehungsgestaltung. Die Therapie wird ggf. durch Labor- und EKG-Kontrollen und häufig durch eine zielorientierte Verhaltensbeobachtung kontrolliert und ggf. angepasst.

 

Bei dem dargestellten ganzheitlichen Ansatz der Störungsentstehung und den sich daraus ableitenden Interventionen ist die multidisziplinäre Herangehensweise unerlässlich. Zum Team gehören ÄrztInnen, Pflegepersonal, HeilerziehungspflegerInnen, (Heil-) PädagogInnen und PsychologInnen, Garten-, Musik-, Kunst-, Ergo-, Physio-, Tanz- und TheatertherapeutInnen, ein Canistherapeut (tiergestützte Therapie), Sozialarbeiter und Sekretärinnen.

Um nachhaltig wirksam und fachkompetent zu arbeiten, finden regelmäßig Supervisionen und Fortbildungsveranstaltungen statt. Komplexe Diagnosen, z. B. von Autismus, Demenz oder dem Fetalen Alkoholsyndrom werden im Rahmen multiprofessioneller Fallkonferenzen gestellt. Interdisziplinäre Arbeit bedeutet auch, den engen Kontakt und Austausch mit ÄrztInnen und TherapeutInnen anderer Fachrichtungen (z.B. Epileptologie, Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Chirurgie, Zahnmedizin aber auch Logopädie, Physiotherapie etc.) zu halten und das therapeutische Vorgehen abzustimmen.