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01.02.2013

Proximalisierung der arteriellen Speisung

 

 

Bild zur vollständigen Darstellung anklicken Silikonmodell der Armarterien

Arteriovenöse (av) Gefäßanschlüsse für die Dialyse können eine Minderperfusion der Extremität distal der av-Anastomose mit klinisch relevanter Symptomatik verursachen. Ursache: Das Abzweigen eines Teil des Stroms  aus der proximalen Arterie in das av-Gefäß führt zu einer Senkung des Druckes in der Arterie distal der Anastomose (peripherer Perfusionsdruck). Der Grad der Drucksenkung ist abhängig von den Strömungswiderständen der zu- und abführenden Blutgefäße. Ist die Shuntflussrate so gering, dass sich eine operativ durchgeführte Flussreduktion zur Verbesserung der distalen Perfusion verbietet, ist eine Proximalisierung der arteriellen Speisung des av-Gefäßes über ein Gefäßinterponat von einer Arterie proximal der alten Anastomose indiziert. Die Technik besteht in dem Verschließen der av-Anastomose, dem Abtrennen des Punktionsgefäßes und dem Arterialisieren des Punktionsgefäßes über eine Gefäßprothese von einer proximalen Arterie. Der arterielle Einstromwiderstand ist weiter proximal wegen des größeren Arteriendurchmessers und der kürzeren Entfernung von der Aorta deutlich geringer als der der peripheren Arterie. Daher ist der Druckabfall im distalen arteriellen Schenkel einer proximalen av-Anastomose deutlich geringer als bei einer distalen av-Anastomose.  

 

Visual Perfusionsdruck in Abhängigkeit von der Shuntposition und der Shuntfkussrate

Der Einfluss der Position der arteriellen Anastomose auf die distale Perfusion wurde an einem Silikonmodell des arteriellen Gefäßbaumes des Armes am Modellkreislauf untersucht. Ein 7-mm-Schlauch bildete den simulierten av-Shunt. Für diesen waren fünf verschiedenen Positionen am Ober- und Unterarm vorgesehen.

- Position 1: subklaviale A. axillaris,
- Position 2: axilläre A. brachialis,
- Position 3: kubitale A. brachialis,
- Position 4: A. radialis,
- Position 5: A. ulnaris.

Die Untersuchungen wurden mit unterschiedlichen Shuntflussraten (300 – 900 ml/min) durchgeführt. Die Änderung des Perfusionsdruckes in Abhängigkeit von Shuntposition und Shuntfluss im Bereich von 300 – max. 900 ml/min sind in der Abbildung zusammengefasst. Bei gegebener Shuntflussrate ist die Erhöhung des Perfusionsdruckes umso größer, je weiter proximal die Speisung des Shunts erfolgt.  

Literatur:

  1. Reddemann P. Der Einfluss der Lokalisation der arteriellen Anastomose und des Flussminutenvolumens von arterio-venösen Gefäßzugängen auf den peripheren Perfusionsdruck bei in vitro Untersuchungen am Kreislaufmodell. Dissertation, Medizinische Fakultät Charité - Universitätsmedizin Berlin, 2010
  2. Zanow J, Krueger U, Scholz H. Proximalization of the arterial inflow: a new technique to treat access-related ischemia. J Vasc Surg. 2006; 43:1216-21
  3. Zanow J, Krueger U, Reddemann P, Scholz H. Experimental study of hemodynamics in procedures to treat access-related ischemia. J Vasc Surg. 2008; 48:1559-65

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