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Herzbergstraße 79, 10365 Berlin, Tel.: 030 5472-0, Fax: 030 5472-2000

Jugendtagesklinik KP3

Visual Blick in einen der Aufenthaltsräume

Die Tagesklinik KP3 ist eine Psychotherapiestation für zehn Jugendliche im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. Besonderer Schwerpunkt ist der störungsübergreifende Einsatz von Elementen aus der Dialektisch- behavioralen Therapie für Adoleszente (DBT-A).

Vorrangiges Versorgungsgebiet sind die Berliner Bezirke Lichtenberg-Hohenschönhausen und Marzahn-Hellersdorf, das Angebot kann jedoch auch überregional in Anspruch genommen werden.

Die KP3 befindet sich in Haus 19 in der ersten Etage.

Zielgruppe

Grundsätzlich können alle jugendpsychiatrischen Störungen behandelt werden, wenn die Indikation für eine tagesklinische Behandlung gegeben ist. Der Schwerpunkt liegt auf emotionalen Störungen wie Angststörungen und Depression, Posttraumatischen Belastungsstörungen, Störungen der Impulskontrolle, Persönlichkeits(entwicklungs)störungen und Zwangserkrankungen.

Behandlung
Besonderer therapeutischer Schwerpunkt ist der störungsübergreifende DBT-A-Einsatz (s.o.). Neben diesem beinhaltet unser Therapiekonzept störungsspezifische Vorgehensweisen, die mit den nationalen Leitlinien einhergehen. Für ein möglichst ganzheitliches Therapiekonzept erfolgt eine Kombination verschiedener Verfahren nach einem individuellen Therapieplan. Neben Einzel- und Gruppenpsychotherapien finden regelmäßig Spezialtherapien, Bezugspflegegespräche, Soziomilieutherapien, Skillscoaching und Achtsamkeitsübungen statt. Zudem erfolgt die Zusammenarbeit mit ambulanten Therapeuten, Ärzten, Jugendämtern, Schulen und weiteren Institutionen, wie Einrichtungen der Jugendhilfe, Jobcenter.

Folgende Angebote sind Bestandteil des Therapieprogramms:

  • Verhaltenstherapeutische bzw. tiefenpsychologisch fundierte Einzeltherapie (mindestens einmal wöchentlich) mit Elementen der Dialektisch- behavioralen Therapie für Adoleszente: Einführung von Anspannungsmodell, Diary Cards, Verhaltensanalysen, achtsamer Grundhaltung, etc.
  • Gruppenpsychotherapie: Skillsgruppen, wöchentliche Wochenzielplanung und -auswertung,  Basisgruppe, Achtsamkeitsgruppen
  • Medizinische Diagnostik und Betreuung, ggf. Einsatz von Leitlinien-gerechter Psychopharmakotherapie
  • Psychologische Diagnostik und Differenzialdiagnostik
  • Spezialtherapien (Gruppen- oder Einzeltherapien): Kunst-, Musik-, Bewegungs- und Sporttherapie, kommunikative Bewegungstherapie, Progressive Muskelentspannung und Therapeutisches Walking
  • Soziomilieutherapie (Jugendkonferenz, Kochgruppen, pädagogisch gestaltete Freizeitaktivitäten, Sozialtraining)
  • Elterngespräche und systemisch orientierte Familiengespräche (i.d.R. alle zwei Wochen)
  • Soziale Beratung
  • Schulbesuch (Besuch der kooperierenden Schule am grünen Grund oder der Herkunftsschule)
  • Nach Beendigung der Schulpflicht: Teilnahme an der klinikinternen Arbeitstherapie.

Der Ablauf der Behandlung ist nach einem Drei-Phasen-Modell gegliedert:

  1. In der zweiwöchigen Commitmentphase liegt der Schwerpunkt auf dem Kennenlernen der Abläufe und Therapien sowie einer differenzierten diagnostischen Einschätzung.
  2. Daran schließt sich die sechswöchige Arbeitsphase an. Diese kann auf Antrag des Jugendlichen um zwei Wochen verlängert werden. Eine mögliche Verlängerung richtet sich nach der jeweiligen Motivation und Zielstellung.
  3. Die Entlassphase umfasst zwei Wochen; sie dient der Anbahnung weiterer Hilfen und Überleitung in den ambulanten Bereich, der Belastungserprobung z.B. mit Heimatschulanbahnung und dem Abschied.

Die Verweildauer beträgt in der Regel zehn bis zwölf Wochen.

      

Anmeldung
Die tagesstationäre Aufnahme erfolgt regulär über eine Aufnahmeliste. 

Der Anmeldung für die Station geht ein  Erstkontakt in unserer Ambulanz oder bei einem niedergelassenen Kinder- und Jugendpsychiater voraus. Dort erfolgt eine Indikationsstellung bzw. –prüfung, d.h., ob eine tagesklinische Behandlung notwendig und/oder ausreichend ist. Zudem wird hier der Termin für das Infotreff vereinbart. 

Voraussetzungen für die Teilnahme an einer Therapie auf der KP3 sind:
  1. Indikationsstellung ist erfolgt, d.h., eine tagesklinische Behandlung ist seitens des ambulanten Behandlers als notwendig und sinnvoll eingeschätzt worden.
  2. Ein fester Lebensort sowie die Fähigkeit, die Erfordernisse des tagesklinischen Behandlungsangebotes zu erfüllen (selbstständige Bewältigung der Wege, regelmäßige Anwesenheit, keine akute Eigen- oder Fremdgefährdung), sind vorhanden.
  3. Um die Station und das Konzept kennenzulernen, führen wir regelmäßig ein Informationstreffen durch. Dieses Angebot hat sich als so sinnvoll für den Entscheidungsprozess der Jugendlichen und ihrer Familien erwiesen, so dass eine Teilnahme vor der Aufnahme verpflichtend für Patient und Eltern ist.
  4. Eine Behandlung auf der KP3 ist grundsätzlich freiwillig, d.h. eine Behandlung gegen den Willen der jugendlichen Patienten findet nicht statt.

 

Was ist mitzubringen zur Aufnahme?
  • KH-Einweisungsschein (rosa)
  • Krankenkassenkarte
  • Impfpass, U-Heft, Arztberichte
  • Medikamente (auch Pille), die gegenwärtig eingenommen werden
  • Zeugnisse
  • Unterschriebener Behandlungsvertrag
  • Unterschriebene Hausordnung und unterschriebene Stationsordnung

Unten auf der Seite haben Sie die Möglichkeit, sich den Behandlungsvertrag sowie unsere Hausordnung und Stationsordnung herunterzuladen.

Bei Fragen rufen Sie uns gern an unter der Telefonnummer 030/ 5472 3880.