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24.11.2020

Gartentherapie des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge ausgezeichnet

Prof. Dr. Torsten Kratz und Marlit Bromm Prof. Dr. Torsten Kratz und Marlit Bromm mit der Auszeichnung. (Foto: KEH)

Die Gartentherapie der Gerontopsychiatrie des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge in Berlin-Lichtenberg ist als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt im Rahmen des Sonderwettbewerbs „Soziale Natur – Natur für alle“ ausgezeichnet worden. Die Auszeichnung wird vorbildlichen Projekten verliehen, die mit ihren Aktivitäten auf die Chancen aufmerksam machen, die die Natur mit ihrer biologischen Vielfalt für den sozialen Zusammenhalt bietet.

Berlin-Lichtenberg, den 24. November 2020 – Der süßliche Duft von Rosen vermischt mit dem würzigen Geruch von Rosmarin, das Pflücken der ersten selbstgepflanzten Tomaten in der Kindheit oder der laue Sommerabende im Kreise der Familie – der Garten weckt bei vielen Menschen tief in der Erinnerung verankerte Emotionen. „In der Gartentherapie machen wir uns diese positiven Assoziationen und Sinnesreize zu nutze. Wir wissen es nicht nur aus der eigenen Erfahrung, auch Studien belegen, dass durch das Erleben von Natur sich anhaltend positive Effekte für Körper und Seele einstellen“, erklärt Prof. Dr. Torsten Kratz, Ärztlicher Leiter der Gerontopsychiatrie. „Unsere Patienten zeigen sich häufig auffällig im Verhalten. Sie sind gereizt, aggressiv oder weinen viel. Die positiven Erinnerungen, die mit dem Garten verbunden sind, helfen dabei, diese Verhaltensstörungen zu minimieren. Wir merken, dass unsere Patienten nicht nur während der Gartentherapie draußen wesentlich entspannter sind. Die Patienten erreichen sowohl durch aktive als auch passive Beteiligung, also das Arbeiten auf der einen sowie die Sinneseindrücke und das Genießen auf der anderen Seite, ein erhöhtes Wohlbefinden.“

Zweimal in der Woche können sich Patienten daher die Hände schmutzig machen und mithelfen, den Demenzgarten des Hauses 6 im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge zu gestalten. Für viele Patienten hat die Arbeit im Garten etwas tief Befriedigendes. Sie sähen die Samen, sehen häufig bereits nach kurzer Zeit die ersten grünen Blättchen durch die Erde brechen. Sie hegen und pflegen die zarten Pflanzen, bis im Sommer und Herbst schließlich die Früchte der Arbeit geerntet werden können. „Der Garten simuliert den Kreislauf des Lebens und wir haben die Gewissheit, dass jedem Winter ein neuer Frühling folgt “, sagt Gartentherapeutin Marlit Bromm. „Außerdem hat die Therapieform einen weiteren schönen Nebeneffekt: Der Gepflegte wird zum Pflegenden, die Rollen werden also getauscht. Normalerweise sind die Patienten diejenigen, um die sich gekümmert wird, jetzt sind sie in der Rolle des Kümmerers.“ Besonders wichtig ist es der Gartentherapeutin niedrigschwellige Angebote für alle Patienten zu bieten. Um allen die Möglichkeit zu geben, sich an den Blumen, Kräutern und verschiedenen Obst- und Gemüsesorten zu erfreuen, gibt es nicht nur Pflanzbereiche im weitläufigen Garten, sondern auch direkt auf der Terrasse. Große Erklärungen brauchen die meisten Patienten dabei nicht. „Viele Patienten haben ein großes Wissen, wenn es um die Gartenarbeit aber auch um Pflanzensorten geht. Diese Expertise zu teilen, macht den Patienten großen Spaß“, so Bromm. Gleichzeitig trainiert die Gartenarbeit die Feinmotorik der Patienten. Wenn sich die Erntezeit im Herbst dem Ende neigt und sich die kalte Jahreszeit ankündigt, geht die Gartentherapie dennoch weiter. „Natürlich ist die Gartenarbeit in den Wintermonaten eher begrenzt. Stattdessen bringen wir die Natur als Gerüche und Gewürze zur Weihnacht ins Haus, entdecken Pflanzen in der Literatur oder gestalten mit getrockneten Blumen.“

Bereits seit 15 Jahren erfreut die Gartentherapie die Patienten der Gerontopsychiatrie am KEH. „Sie ist ein Teil eines großen Puzzles, zu dem auch anderen Therapieformen wie beispielsweise Musiktherapie, Hundetherapie und eine Übungsküche gehören. Die Therapie einer Erkrankung ist genauso vielfältig wie ihre Ursachen selbst. Daher freue ich mich besonders, dass wir jetzt als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt im Rahmen des Sonderwettbewerbs ‚Soziale Natur – Natur für alle‘ ausgezeichnet wurden“, sagt Prof. Kratz. Verliehen wird die Auszeichnung an vorbildliche Projekte, die mit ihren Aktivitäten auf die Chancen aufmerksam machen, die die Natur mit ihrer biologischen Vielfalt für den sozialen Zusammenhalt bieten.

Kontakt:

Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge gGmbH
Herzbergstraße 79, 10365 Berlin-Lichtenberg
Kommunikation und Marketing
Svenja Koch
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