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Alterstraumatologisches Zentrum

Im „Alterstraumatologischen Zentrum“ (ATZ) werden ältere Patienten, die einen Unfall, z. B. durch einen Sturz, erlitten haben, gemeinsam von Unfallchirurgen und Altersmedizinern („Geriatern“) behandelt.

Hintergrund ist, dass mit steigendem Lebensalter die Anzahl und die Schwere sturzbedingter Verletzungen zunimmt. Dramatisch ist, dass Frakturen (Knochenbrüche) mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden sind. Diese liegt innerhalb der ersten 30 Tage bei 25 % – statistisch betrachtet haben Schenkelhalsfrakturen insgesamt einen lebenszeitverkürzenden Effekt von sieben Jahren. Darüber hinaus kommt es nach Knochenbrüchen im Alter meist zu einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Schmerzen und Einschränkungen in der Bewegung führen häufig zu Hilfs- und Pflegebedürftigkeit. Die Angst der Betroffenen, erneut zu stürzen, führt zum Verlust von Selbstvertrauen im Alltag, Einschränkung der Lebensqualität für Betroffene und Angehörige. Zudem bestehen bei älteren Patienten häufig chronische Begleiterkrankungen wie Diabetes, Herzschwäche, Mangelernährung und Demenz, die sich direkt oder indirekt auf die Selbsthilfefähigkeit, Gangsicherheit und das Sturzrisiko auswirken und unter Umständen durch "Hinfälligkeit" erst zu der Verletzung geführt haben und in jedem Fall adäquat mitbehandelt werden.

Das „ATZ-Team“ besteht aus speziell fortgebildeten Ärzten, Pflegenden, Therapeuten und dem Sozialdienst. Unser Ziel ist es, dem Patienten einen raschen, komplikationsfreien Verlauf, eine umfassende Frührehabilitation sowie eine sichere Rückkehr in die gewohnte häusliche Umgebung zu ermöglichen.

Der wesentliche Vorteil für den Patienten ist die kontinuierliche Betreuung durch ein Team verschiedener Fachdisziplinen auf einer Station. Andernorts übliche Verlegungen innerhalb des Krankenhauses und damit verbundene Wechsel der betreuenden Ärzte und Therapeuten entfallen. Probleme werden schneller erkannt und behandelt. Die geriatrische Frührehabilitation rundet bei Bedarf die Therapie ab, sodass abgestimmte Behandlung vom Notfalleingriff bis Frührehabilitation „aus einer Hand“ erfolgt. Im Anschluss an den stationären Aufenthalt kann zudem eine tagesklinische Weiterbehandlung beantragt werden.

Mit der Gründung und Etablierung des Zentrums für Alterstraumatologie beschreiten wir am KEH neue, innovative Wege. Ein speziell auf die Probleme der älteren Patienten abgestimmtes Vorgehen führt dabei zu einer deutlichen Verbesserung der Behandlungsqualität und Patientenzufriedenheit.