Stationsübersicht: Station P 9
Fachbereich: Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
Suchtmedizin
Lage: Haus 6, 1. Obergeschoss
Tel.: 030 5472-4840
Fax: 030 5472-299209
E-Mail: p09@keh-berlin.de
Stationsleitung: Sylvia Kuchenbecker
Fachlicher Schwerpunkt:
Auf unserer Station wird bei Abhängigkeit von Alkohol, Medikamenten, illegalen Drogen die qualifizierte Entzugsbehandlung durchgeführt.
Das beinhaltet:
- die körperliche Entgiftung (ggf. medikamentenunterstützt)
- die Behandlung psychiatrischer Komorbiditäten, wie Depressionen, Phobien
- die Motivationstherapie
- das Erkennen und Behandeln von Folgeschäden und Begleiterkrankungen der Abhängigkeit
- eine Individuelle therapeutische Zielsetzung
- die Vorbereitung weitergehender Behandlungsschritte
Ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Therapeuten (Sucht-, Physio-, Sport-, Ergotherapeuten), Sozialarbeitern und des Krankenpflegepersonals erstellt für jeden Patienten einen individuellen Therapieplan und gibt Hilfe und Anleitung für dessen Realisierung.
Behandlungselemente sind:
- Gesprächsgruppen
- Informationsseminare
- Frauen-Gesprächsgruppe (mit Therapeutinnen)
- Kennenlernen von Selbsthilfegruppen
- Einzelgespräche
- Rückfallprophylaxe
- Sozialarbeiterische Unterstützung
- Sport, Physiotherapie, Kreislaufgymnastik
- Entspannung (Progressive Muskelentspannung n. Jacobsen)
- Arbeits- und Gestaltungstherapie
- Gedächtnistraining am Computer
- Freizeitaktivitäten
- Angehörigensprechstunde
Ausstattung:
Die Station verfügt insgesamt über 17 Betten.
Pflege:
Jeder Patient ist Mitglied einer Therapiegruppe und hat während seiner Behandlungszeit eine Suchttherapeutin/einen Suchttherapeuten und eine Ärztin oder einen Arzt als feste Ansprechpartner.
Rund um die Uhr sind 11 examinierte Krankenschwestern, sowie ein Pflegehelfer für das Wohl der Patienten im Einsatz. Das trifft insbesondere für ? die manchmal nicht leichte ? Zeit der körperlichen Entgiftung und die daraus resultierende intensive medizinische Überwachung und Pflege zu, beinhaltet aber auch die Unterstützung unserer Patienten im Therapieablauf und der Hilfe bei der Klärung sozialer und persönlicher Fragen. Für eine erfolgreiche Zeit nach der qualifizierten Entzugsbehandlung auf unserer Station wird die aktive Kontaktaufnahme zu Selbsthilfegruppen, Suchtberatungsstellen und anderen komplementären Behandlungsstellen, wie Entwöhnungskliniken, therapeutischen Wohngemeinschaften und anderen, von unserem Team sehr gefördert.
Aufbau, Erhalt und Lösen tragfähiger Beziehungen sind zentrale Elemente unserer pflegerischen Tätigkeit und deren Gelingen, Ausdruck von Professionalität.
Kontinuierlich angebotene Beziehungen schaffen Vertrauen und Sicherheit für den Suchtpatienten im klinischen Alltag und sind elementare pflegetherapeutische Merkmale.
Somit ist die Bezugspflege ein Hauptmerkmal unseres Pflegealltags auf der Suchtstation.
Bezugspflege erfolgt stets angepasst auf den individuellen Pflegebedarf und kann bei ein und denselben Patienten während eines ?aber auch mehrerer- Aufenthalte/s extrem unterschiedlich ausgerichtet sein, indem sie:
- bei mitunter völlig handlungsunfähigen Patienten die Form einer 1:1 Betreuung am Krankenbett erfährt (z.B. Intoxikation, Delir, Verwirrtheit).
- bei Rückgabe der Eigenverantwortlichkeit an den Patienten mehr Orientierungscharakter erfährt, indem sie vorhandene Ressourcen zur Wiedererlangung der sozialen Kompetenz im Alltag trainiert und fördert
Pflege auf der Suchtstation hat für uns einen ganzheitlichen Anspruch.
Dem dienen Pflegeanamnese, -diagnose und Pflegeplanung sowie kontinuierliche mehrmalige Gespräche mit Interviewcharakter mit dem Patienten und womöglich auch mit Angehörigen.
Im Pflege- und Behandlungsprozeß kommt nicht nur neben den sich durch die einhergehenden Defiziten, sondern besonders der Ressourcen und gesunden Anteile ein hoher Stellenwert zu.
Dafür praktizieren wir in der Pflege ? multiprofessionelle Teamarbeit vorausgesetzt- Einzel- und Gruppengespräche, 2 mal tägliche Patientenversammlungen unter wechselnder Leitung von Patienten, Elemente der Patientenselbstorganisation, die Vorbereitung und Durchführung von Freizeitaktivitäten.
Angebote erfolgen für motivationale Gespräche, Hilfe für Selbsthilfe, begleitete Hausbesuche und die Einbeziehung von Angehörigen in den Pflege- und Selbstpflegeprozeß.
Das Pflegepersonal ist integriert bzw. unterbreitet eigenständige therapeutische Angebote, wie Hirnleistungstraining, Progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, Sportherapie (u.a. Tischtennis, Kegeln, Joggen/Walken) und therapeutische Ausflüge.
Supervisionen und themenspezifische Fortbildungen gewährleisten das einheitliche teamspezifische Agieren und Reagieren, wie auch die Einbeziehung neuester fachspezifischer Erkenntnisse in den Pflegealltag.