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Krankenpflegeschule Jubiläum Juni 2008

100 Jahre Staatlich anerkannte Krankenpflegeschule am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge g GmbH (KEH)

Am 1. Juni 1907 trat im damals größten deutschen Bundesland, in Preußen, mit der Staatlichen Prüfungsordnung die erste gesetzliche Regelung, speziell für die Krankenpflege, in Kraft. Gemessen an den Ausbildungsverordnungen anderer Länder, die eine Ausbildungsdauer von 3 Jahren vorsahen, stellte die nun geforderte 1-jährige Pflegeausbildung einen deutlichen Rückschritt dar. Andererseits galten jetzt für alle Ausbildungskrankenhäuser einheitliche Mindestanforderungen, so auch für das Elisabeth-Kinder-Hospital, das vom damaligen Berliner Polizeipräsidenten durch Erlass vom 24. Juni 1908 die Staatliche Anerkennung für die Pflegeausbildung erhielt. Darin enthalten waren auch Angaben zur Zulassung der Prüflinge und zur Zusammensetzung der Prüfungskommission.

Unterricht im Lehrsaal um 1905 (Quelle: Historisches Archiv am KEH Berlin)

Somit blickt unsere Krankenpflegeschule auf mehr als einhundert Jahre erfolgreiche staatlich anerkannte Ausbildung zurück.

Die Bedingungen, unter denen sich Krankenpflegeausbildung vollzog, veränderten sich in Abhängigkeit von den gesellschaftlichen Entwicklungen. Aus einer anfangs  einjährigen und später mehrjährigen Ausbildung wurde Mitte der 70-er Jahre eine dreijährige Fachschulausbildung; für konfessionelle Ausbildungsstätten musste ein Pflegevorjahr vorgeschaltet werden. Seit 1991 gilt das bundeseinheitliche Krankenpflegegesetz und die dazu erlassene Ausbildungs- und Prüfungsverordnung.

Ideologische Einflüsse zur Zeit des Nationalsozialismus, aber auch in der ehemaligen DDR erschwerten eine an christlichen Werten orientierte Ausbildung in erheblicher Weise. Ausbildungsstätten standen unter Beobachtung, Lehrerinnen, die sich für die Arbeit in einer konfessionellen Schule entschieden, setzten ihre berufliche Karriere aufs Spiel, und Bewerberinnen für die Krankenpflegeausbildung mussten in den Jahren von 1975 bis 1989 ein zusätzliches Ausbildungsjahr in Kauf nehmen.

  Krankenpflegeschülerinnen um 1955 (Quelle: Historisches Archiv am KEH Berlin)

Doch der politische Druck bewirkte andererseits eine zumeist hohe persönliche Identifikation mit dem Ausbildungskrankenhaus und ein offenes Bekenntnis zum christlichen Glauben und zur Kirche.

  Verbände üben um 1975 (Quelle: Historisches Archiv am KEH Berlin)

Heute sind es eher die materiellen Zwänge, die eine qualitativ hochwertige und moderne Ausbildung bedrohen. Der massive Abbau von Krankenhausbetten in den vergangenen Jahren und der damit verbundene Abbau von Personalstellen und Ausbildungsplätzen in der Pflege bei zugleich steigenden Anforderungen schafft erschwerte Bedingungen, insbesondere in der praktischen Ausbildung auf den Stationen.

Dennoch stellte und stellt sich unsere Krankenpflegeschule den Herausforderungen der Zeit. Wie in der Vergangenheit so auch heute - und hoffentlich auch in Zukunft - steht der Name Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge für eine gute Qualität der Pflegeausbildung. Unsere Schule besitzt in der Öffentlichkeit einen guten Ruf. Die Maßstäbe, die an Schüler/-innen gelegt werden, sind hoch, viel wird von ihnen gefordert. Und auch die Lehrerinnen und Praxisanleiterinnen arbeiten stetig an der Verbesserung der Ausbildungskonzepte.

Wichtig sind uns bei allen Anforderungen aber ein gutes Miteinander von Lehrerinnen und Schüler/-innen sowie gefestigte Kooperationsbeziehungen innerhalb und außerhalb unseres Krankenhauses als tragende Säulen der Ausbildung.

Im KEH ausgebildet zu werden soll auch künftig eine gute Voraussetzung für eine erfolgreiche berufliche Tätigkeit sein.

 Krankenpflegeschülerinnen 2004

Brigitte Poek, Schulleiterin