Auf der Station P1 im Erdgeschoß des Hauses 8 liegt der Schwerpunkt der Behandlungskompetenz auf Patienten mit psychotischen Erkrankungen, wobei diese vorwiegend zum klinischen Bild der Schizophrenie gehören. Dabei erhalten die besonderen Bedürfnisse erstmalig an Schizophrenie erkrankter junger Erwachsener besondere Beachtung.
Behandelt werden jedoch auch Patienten mit langjährig bestehenden Psychosen sowie mit psychotischen Stöungen, die durch akuten oder chronischen Drogenmissbrauch verursacht wurden. Die Therapie wird von einem multiprofessionellen Team für jeden Patienten individuell angepasst angeboten.
Die bisherigen standardisierten und manualisierten modernen Therapieangebote wurden beibehalten. Darüber hinaus werden zusätzlich Medikamentenseminare und Strategien zur Symptombewältigung des Stimmenhörens und Strategien zur Wahnkorrektur vermittelt.
Wir halten drei Therapiegruppen vor:
- für junge Erwachsene, die erstmals an einer Psychose erkrankt sind
- für schizophrene Patienten, die zum wiederholten Mal von einer Psychose betroffen sind
- eine Gruppe mit einem Basisprogramm für akut Erkrankte, die noch wenig belastbar sind.
Nach einem ausführlichen Basisassessment zur Diagnostik des Krankheitsgeschehens unter Berücksichtigung der biologischen, psychologischen und sozialen Faktoren wird ein individuell angepasstes therapeutisches Angebot mit dem Patienten vereinbart. Dieses soll neben der Linderung der Symptome auch zur Rückfallprophylaxe und zur sozialen Rehabilitation führen.
In der medikamentösen Behandlung werden überwiegend moderne neuroleptische und antidepressive Medikamente mit besserer Verträglichkeit eingesetzt. In den gruppentherapeutischen Modulen liegt der Schwerpunkt auf Psychoedukation, kognitiver Therapie und dem Erlernen von Coping- und interpersonellen Interaktionsstrategien.
Im ersten Stock werden schwerpunktmässig Menschen mit affektiven Störungen sowie solche mit Persönlichkeitsstörungen in akuter Krise behandelt.
Wir bieten neben einem speziell auf depressive Störungen ausgerichteten Sozio- und Psychotherapiekonzept mit Interpersoneller Psychotherapie für Depressionen (IPT) nach Klermann und Weissman, der Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) nach M. Hautzinger und E. Kischke und der Psychoedukation, auch ein breites Spektrum der medikamentös-biologischen Therapieverfahren an. Hierunter fallen die Lichttherapie und die Möglichkeit der Elektokonvulsionstherapie (EKT) bei mittel- bis schwergradigen Depressionen. Wir können in einem geschützten Bereich, der von der übrigen Station abgetrennt werden kann, Frauen mit einem erhöhten Schutz ? u. Rückzugsbedarf behandeln.
Für die Patienten mit einer Persönlichkeitsstörung gibt es für den Krisenfall ein zusätzliches therapeutisches Angebot, das Elemente des DBT - Konzepts (Dialektisch-Behaviorale Psychotherapie der Borderline-Persönlichkeisstörungen) nach M. Linehan nutzt. Wesentliche Therapieschwerpunkte sind die Arbeit an der Suizidalität und der Therapiemotivation.