Gruppe B - Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren
In unsere „junge“ Jugendgruppe nehmen wir Kinder und Jugendliche im Alter von ca. 12 bis 15 Jahren auf. Es werden in der Regel sechs Jugendliche von zwei fest für die Gruppe zuständige Therapeuten (bestehend aus einem Arzt/Ärztin und einem Psychologen/einer Psychologin) betreut. Der Pflege- und Erziehungsdienst begleitet und unterstützt die Patienten bei der Bewältigung ihres stationären Alltags.
In unserer Gruppe behandeln wir Kinder- und Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Problemen. Am häufigsten sind folgende Verhaltensauffälligkeiten:
- Störungen der Gefühle und der Stimmung mit depressiver Symptomatik, Suizidalität, selbstverletzendem Verhalten
- Ängste wie Schulphobie und Trennungsangst, sozialer Isolation.
- zwanghaften Verhaltensauffälligkeiten
- Störungen im Sozialverhalten (z.B. im Umgang mit Gleichaltrigen, Lehrern und Eltern) mit aggressivem und dissozialen Verhalten,
- Schulverweigerung
- Psychische Störungen im Zusammenhang mit Drogenkonsum
- Essstörungen wie Anorexie, Bulimie oder Adipositas.
- Psychosomatische Beschwerdebilder wie Schlafstörungen, Kopf- oder Bauchschmerzen
- psychische Krisen vor dem Hintergrund von Pubertäts- und Ablösungsproblemen
Bei geplanter Aufnahme erfolgt in der Regel zunächst eine ausführliche ärztliche und psychologische Diagnostik, um genau einschätzen zu können, um welche Erkrankung es sich handelt. Aus der Diagnostik erschließen sich die individuelle Therapieplanung sowie die Einschätzung des Bedarfs an weiterführenden Hilfen (ambulant oder stationär). Um einen guten Therapieerfolg zu erzielen, ist uns die Einbeziehung der Eltern sowie ggf. anderer wichtiger Bezugspersonen unserer Patienten in die Diagnostik und Therapie besonders wichtig. Neben der Familienarbeit ist oft die Anbindung der Familien an weiter betreuende Institutionen wie das Jugendamt und Schulen, der Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst und die SPZ’s ein wichtiger Schwerpunkt unserer Arbeit.
In unserem Stationsalltag bieten wir unseren Patienten eine feste Tagesstrukturierung mit gemeinsamen gruppenbezogenen Aktivitäten sowie Einzelangeboten an. Dies beinhaltet Ergo-, Sozio- und Kunsttherapie, sport- und gestaltungspädagogische Aktivitäten, Entspannungsverfahren, aber auch Ausflüge und gemeinsames Kochen. Viermal in der Woche finden Gruppengespräche statt, daneben wöchentliche Einzelgespräche mit dem zuständigen Therapeuten. Die verschiedenen Angebote dienen dazu, im Kontakt mit anderen Jugendlichen sich selbst besser kennen zu lernen, selbstsicherer zu werden, mit Konflikten anders umzugehen, aber auch einfach sich in neuen Betätigungsfelder auszuprobieren und neue Fähigkeiten an sich zu entdecken.
Pflege- und Erziehungsdienst:
Im therapeutischen Alltag fördern die Mitarbeiter soziale Kompetenzen, helfen bei der Alltagsstrukturierung und begleiten die Gruppentherapie. Im Rahmen der Freizeitgestaltung, zwischen den Therapien, wird, unter Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten und Interessen der Patienten versucht, diese zu sinnvollen Aktivitäten anzuregen. Die dabei angebotenen Spiele und Beschäftigungen wecken und fördern die Kreativität, die Sportlichkeit sowie das gemeinschaftliche Miteinander. Wir vermitteln Werte und Normen des sozialen Zusammenlebens, achten auf die Einhaltung der Gruppenregeln, die unter Stationsordnung einzusehen sind. Den Alltag verbringen die Patienten in unserem Gruppenraum mit einem Essbereich und einem Bereich zum Spielen und Ausruhen. Zudem steht den Jugendlichen unser klinikeigener Garten zur Verfügung, auf dem sich ein kleines Fußballfeld, Basketballcourts, Tischtennisplatten sowie ein Trampolin befinden.