Die historische Orgel in der Alten Kapelle des Krankenhauses mit 7 Registern im Manual und zwei Stimmen im Pedal wurde 1826 von der
Orgelbaufirma Turley aus Treuenbrietzen für die Kirche in Wölmsdorf (Ortsteil von Niedergörsdorf) bei Jüterbog, 60 km südlich von Berlin, erbaut. Dort stand sie an der Brüstung einer Empore. Auf der Innenseite des Instrumentes findet sich die Inschrift: "Johann Friedrich Turley junior II. Regierungs Orgelbauer Treuenbrietzen, 1826".
Johann Friedrich Turley wurde am 23. Juni 1804 als Sohn des Orgelbauers Johann Tobias Turley in Treuenbrietzen geboren. Johann Tobias war als gelernter Bäckermeister in den Orgelbau übergewechselt. Vater und Sohn bauten und renovierten verschiedene Orgeln vor allem in der Mark Brandenburg. Zu den bedeutendsten Arbeiten von Friedrich gehörte die nicht mehr erhaltene große Orgel in der Stadtkirche zu Perleberg (1831). Nach einer Bleistiftnotiz in der Orgel zu Päwesin starb er 1855. Unter Fachleuten ist umstritten, ob tatsächlich der Sohn alleiniger Erbauer dieser Orgel ist.

In Wölmsdorf konnte die Gemeinde das Geld für die Restaurierung der Orgel nicht aufbringen und hatte daher das Instrument 1967 abgetragen. Zwei Jahre später wurde die Orgel an ihrem jetzigen Standort in der Alten Kapelle des Krankenhauses durch den Orgelbauer Rainer Nass wieder aufgebaut.
Sie befindet sich zu ebener Erde auf einem kleinen Podest im hinteren Bereich des Kapellenraumes. Der neue Standort machte einen Umbau der ursprünglichen Balg- und Tretanlage notwendig. Die Windversorgung übernimmt heute ein elektrisch betriebener Ventilator. Im Rahmen der Restaurierung wurden außerdem die 1917 aus Kriegsgründen abgelieferten Prospektpfeifen ergänzt.
Die Orgel hat eine ungewöhnliche Stimmung. Sie erklingt 3 Halbtöne höher als die Normalhöhe. Damit ist sie zur Begleitung von Gemeindegesang in den Tonhöhen der Choräle aus dem Gesangbuch ungeeignet. Um den Organisten das Transponieren zur Begleitung des Gemeindegesangs zu erleichtern, kann die Manualklaviatur in drei Halbtonschritten nach unten bis zur Normalstimmung 440 Hz verschoben werden. Das Pedal kann nur in der originalen Tonhöhe bedient werden. 
Der Spieltisch befindet sich an der Seite. Der Klavierumfang reicht vom großen C bis c3, das Pedal von C bis c1. Die Koppel Manual / Pedal wurde nachträglich eingerichtet, ebenso wie die oben erwähnte Spielhilfe zum Transponieren. Das Pfeifenwerk war bis auf die Prospektpfeifen und einige Mixturpfeifen zwar vorhanden, jedoch stark beschädigt. Die Mensuren der Prospektpfeifen konnten nach dem Aufriss auf dem Prospektstock rekonstruiert werden. Der Verlauf der Labien wurde in Anlehnung an noch erhaltene Turley-Orgeln neu gestaltet. Die Holzpfeifen zeigten Wasserschäden und Wurmfraß, konnten aber wieder hergestellt werden. Ein Vergleich der Prinzipalmensur mit der des Oberwerks der Orgel in Angermünde zeigt, dass Friedrich Turley stark in der Tradition von Joachim Wagner gearbeitet haben muss. Eine Besonderheit ist die Mixtur. Sie repetiert nicht; beide Chöre laufen vom großen C bis zum c3 durch.
Die Manuallade mit einem Fundamentalbrett war gerissen und musste von Grund auf überarbeitet werden. Die Pedallade, die aus einer einzigen Bohle besteht, in die Kanzellen eingestemmt sind, befindet sich in gutem Zustand. Die Manualklaviatur war so stark verzogen, dass eine Wiederverwendung unmöglich war. Eine in den Abmessungen gleichartige alte Klaviatur wurde neu eingebaut.
Da die Orgel in der Dorfkirche an die Brüstung der Empore angebaut war, musste nach dem Ausbau das Gehäuse ergänzt werden. Die Vorderseite unterhalb der Prospektpfeifen und ein Gehäusedach wurden neu angefertigt, die Gesimse wurden bis an die Rückwand weitergeführt.

Disposition:
Manual:
Prinzipal 8' 
Gedackt 8'
Oktave 4'
Rohrflöte 4'
Octave 2'
Nasard 22/3'
Mixt(ur) 4fach
Pedal:
Subb(ass) 16'
Prinzipalbaß 8'
Koppel Manual/Pedal
Die Orgel ist regelmäßig zu hören:
- in den sonntäglichen Gottesdiensten (10:00 Uhr)
- an jedem ersten Dienstag im Monat um 16:00 Uhr in einem Orgelkonzert.
Winfried Böttler