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20.01.2017

Sensibel für Demenz

Sensibilität für Menschen mit Demenz zeigen (Foto: Elbracht, Bethel)

Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Nach Zahlen des Bundesministeriums für Gesundheit sind derzeit über 2,7 Millionen Menschen in Deutschland auf Pflege angewiesen. Allein in Berlin ist jeder vierte Einwohner, der älter als 70 ist, pflegebedürftig. Auch der Anteil von Patienten, die wegen somatischer Erkrankungen stationär behandelt werden und gleichzeitig unter Demenz leiden, ist hoch und wird in Zukunft erheblich steigen.

Sensibilität für Demenz oder Delir entwickeln

Etwa 60 Prozent der Patienten des Evangelischen Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge (KEH) sind älter als 70 Jahre. Aufgrund dieser Situation wird bereits seit Jahren erfolgreich daran gearbeitet, die Behandlungssituation für Menschen mit der Begleitdiagnose Demenz zu verbessern.
So werden in der Zentralen Aufnahme und Diagnostik (ZAD) des KEH alle über 70-Jährigen auf Gedächtnisstörungen gescreent, um Patienten mit Demenz besser zu erkennen. Bereits seit Jahren ist in unserem Haus ein „Demenzbeauftragter“ tätig, um die Versorgung dieses Patientenkreises zu verbessern. Darüber hinaus wurden verschiedene Projekte initiiert, deren Ergebnisse auch anderen Häusern und niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen zugutekommen werden.

Die Delir-Pocket-Card

Die Delir-Pocket-Card ist sowohl für den Schreibtisch als auch für die Kitteltasche geeignet. Sie wurde für alle Mitarbeiter des Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) mit Patientenkontakt entwickelt.

 

Die Delir-Pocket-Card Die Delir-Pocket-Card
Im Ergebnis aus der Kooperation mit dem Evangelischen Krankenhaus in Bielefeld (EvKB) ist mit der Delir-Pocket-Card eine komprimierte Wissensübersicht zum Erkennen und Behandeln von Verwirrtheitszuständen (Delir) entstanden. Ein entsprechendes Screeninginstrument ist benannt, und die Erhebung des Kurzbefundes wird als multiprofessionelle Aufgabe klar umrissen. Kardinalsymptome des Delirs in Abgrenzung zur Demenz und mögliche Auslöser für ein Delir werden benannt und sowohl nichtmedikamentöse als auch medikamentöse Therapieansätze dargestellt.
Zudem ist damit eine wesentliche Voraussetzung für eine sinnvolle Einbeziehung der Angehörigen während des Krankenhausaufenthaltes gegeben. Denn ein essentieller Schwerpunkt ist die direkte Kontaktaufnahme mit den Angehörigen bzw. anderen Betreuungspersonen, um eine abgesicherte Anamnese (bzw. Fremdanamnese) des Patienten zu erhalten, und das Expertenwissen nutzbar zu machen. Des Weiteren kann so auch die nachstationäre Betreuung angepasst werden.
Die Delir-Pocket-Card dient den Mitarbeitern im ganzen Haus als Checkliste: „Habe ich an Alles gedacht, oder was muss oder kann ich noch machen?“ Sie achten jetzt genauer auf Risikopatienten und die Möglichkeiten der Delirprävention. Das bedeutet, ältere und/oder kognitiv eingeschränkte Menschen werden im KEH jetzt noch besser versorgt.